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Dieser Artikel soll über Wege und Möglichkeiten zu einem Auslandsaufenthalt für Mechatronik-Studenten informieren. Kein Anspruch auf Vollständigkeit!

Warum Auslandsaufenthalt?

Für ein oder mehrere Semester zum Studieren ins Ausland zu gehen, ist ohne Zweifel eine wunderbare Möglichkeit eine andere Kultur kennen zu lernen, persönliche Erfahrungen zu sammeln, seine Sprachkenntnisse zu stärken und natürlich um seine fachlichen Qualifikationen zu erweitern. Und machen wir uns nichts vor, auch in Personalabteilungen wird es sehr gerne gesehen.

Was tun im Ausland?

Zuerst muss man sich erst mal Gedanken darüber machen, was man eigentlich genau im Ausland machen möchte. So kann man seine Projekt- oder Diplomarbeit im Ausland schreiben. Hierzu wendet man sich am besten direkt an einen hiesigen Lehrstuhl, der einen dann von deutscher Seite aus betreuen soll (als Unterstützung zum Lehrstuhl dort) und lässt sich informieren, was wo denn möglich wäre. Eine gute Anlaufstelle für Fragen jeglicher Art ist natürlich auch unser Studienbetreuer Dr. Oliver Kreis. (Oliver.Kreis@lft.uni-erlangen.de)

Will man dagegen klassisch im Ausland studieren, so hat man als Mechatronik-Student prinzipiell zwei Möglichkeiten für Leistungen, die man später auch anrechnen lassen kann:

- Wahlfächer:

Entschließt man sich, nur Wahlfächer (=Fächer, für die man sich direkt am jeweiligen Lehrstuhl anmeldet und bei Bestehen einen benoteten Schein bekommt) abzulegen, so wählt man auf alle Fälle die einfachere Variante. Für diese Anerkennung ist Dr. Kreis zuständig. Er ist dabei sehr entgegenkommend und zeichnet fast alles ab, so lange es nicht mit „Aktfotografie oder dergleichen“ (O-Ton) zu tun hat. Technische Fächer werden dann auch als „Wahlfächer der Techfak“ (=der Wahlfächeranteil, der mindestens die Hälfte der gesamten Wahlfachsanzahl ausmachen muss) anerkannt.

Der große Vorteil ist, dass man Wahlfächer ablegen kann und trotzdem für dasselbe Semester ein sog. Urlaubssemester einreichen kann. Unter Urlaubssemester versteht man hierbei ein Semester, welches nicht zur persönlichen Gesamtstudienzeit dazuzählt und für das man somit keine Studiengebühren zahlen muss. Folglich müssen Bafögempfänger auch nicht darum bangen, ihre Höchstsemesterzahl für ihr Bafög nur wegen eines Auslandsaufenthaltes zu überschreiten.

Bedingung fürs Urlaubssemester: Keine Pflicht- oder Vertiefungsfächer ablegen! (=Fächer, für die man sich beim Prüfungsamt anmeldet)

Andererseits kann man sich natürlich auch gegen das Urlaubssemester entschließen, um an der Uni Erlangen im gleichen Semester ein paar Prüfungen abzulegen, wenn man auf die begleitenden Vorlesungen verzichten kann oder sie schon in einem vorigen Semester gehört hat. So was funktioniert meiner Meinung nach super für Lernfächer wie FAPS oder PRIDE.

 

- Pflicht- oder Vertiefungsfächer

Es ist auch möglich, sich ausländische Leistungen als Pflicht- oder Vertiefungsfächer anrechnen zu lassen. Allerdings muss man dann ein sog. Learning Agreement ausfüllen und vom hiesigen Prof., dessen Fach ersetzt wird, unterzeichnen lassen. Dies kann sehr aufwendig werden, da sichergestellt sein muss, dass sich die Lerninhalte entsprechen. Man braucht deshalb detaillierte Informationen über das ausländische Fach und einen gewillten deutschen Prof., der dann alles anerkennt.

 

Prinzipiell kann man sagen, dass es dem Auslandsamt der Uni Erlangen vollkommen egal ist, wie viele Kurse man nun effektiv im Ausland belegt. Deren Meinung: Es ist unser Auslandsaufenthalt und deshalb soll man selbst entscheiden, was gut für einen ist.

Wann ins Ausland?

Grundsätzlich ist ein Auslandssemester möglich, sobald man mindestens ein Semester an der Uni Erlangen studiert hat. Es bietet sich meiner Meinung nach an, direkt nach dem Vordiplom ins Ausland zu gehen, da man im 5. Semester laut Vorschlag aus dem Studienführer nur drei Pflichtfächer (bald vier) ablegt.

Wie ins Ausland?

Es gibt zwei Möglichkeiten, sein Auslandsstudium zu realisieren:

- Als Free Mover kümmert man sich selbstständig bzw. über irgendeine Organisation o.ä. um das Auslandsstudium. Man muss dann im Normalfall die Studiengebühren der ausländischen Uni selbst zahlen und hat unter Umständen viel Organisationsaufwand. Man kann sich jedoch bei praktisch jeder ausländischen Uni einschreiben.

 

- Mit einem Austauschprogramm wird einem der Organisationsaufwand weitestgehend abgenommen. Das mit Abstand bekannteste Programm ist das „Erasmus Programm“. Ich persönlich kann es sehr empfehlen. Mit Erasmus kann man sich seine Studienleistungen sehr komfortabel mit dem European Credit Transfer System (ECTS) umrechnen lassen, außerdem werden ausländische Studiengebühren übernommen und man bekommt sogar noch eine kleine finanzielle Unterstützung zusätzlich. Im SS 2006 waren das ca. 120 €/Monat. Nachteil ist, dass sich Erasmus nur auf gewisse europäische Universitäten beschränkt. Eine Liste der Partneruniversitäten (Erasmus und nicht Erasmus) findet man hier http://www.uni-erlangen.de/internationales/kooperationen/. Dort kann man sich informieren, welche Universitäten möglich sind und welchen Ansprechpartner man dazu kontaktieren muss.

Als Mechatroniker kann man sich an Partnerschaften vom Maschinenbau-, E-Technik-, oder Informatikzweig wenden. Außerdem gibt es dort zahlreiche wertvolle Erfahrungsberichte zu den einzelnen Unis.

Das Anmeldeverfahren selbst ist je nach deutschem Koordinator mehr oder weniger unbürokratisch. Der Ansprechpartner entscheidet dann auch, ob man den Platz bekommt. Nur Mut, es gehen eher wenige Ingenieure ins Ausland, die Koordinaten freuen sich, ihre Plätze zu füllen! Die Partneruni wiederum hat im Normalfall keine weiteren Anforderungen.

Die Plätze für Erasmus sind beschränkt. Sollte die Bewerberanzahl wider Erwarten doch zu hoch werden, wählt der Koordinator aus, wen er nun schickt - entweder durch Selektion oder durch das wer-zuerst-kommt-malt-zuerst Prinzip. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst dann, wenn alle Plätze der eigenen Fakultät weg sind, an anderen manchmal noch was frei ist und man so trotzdem noch „offiziell“ als Chemiker oder Mediziner o.ä. ins Ausland kann. (Man kann natürlich trotzdem die Fächer belegen, die man möchte). Unter Umständen ist es sogar möglich seine Erasmus-Wunsch-Uni aus der Liste zu wählen, die überhaupt keine Partnerschaft mit der Maschbau-, E-Tech- oder Info-Fakultät aber eben mit einer anderen Fakultät von hier hat. Verhandlungssache! (Natürlich müssen in diesem Fall an der gewünschten Uni technische Fächer angeboten werden)

Man muss dann noch ein paar Zettel mit persönlichen Daten ausfüllen, und auch schon die Kurse auswählen, die man sich im Ausland vorstellen kann. Keine Sorge, diese Wahl lässt sich später nach Absprache natürlich noch ändern.

Weiter informieren kann man sich auf der Seite des Auslandsamtes auf http://www.uni-erlangen.de/internationales/auslandsaufenthalte/index.shtml

 

Wird es teuer?

Wie schon erwähnt hängen die Kosten stark davon ab, ob man als Free Mover oder mit einem Austauschprogramm ins Ausland geht. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, einen Antrag auf ein Stipendium zu stellen. Beispielsweise vom Deutschen Akademischen Auslandsdient, bei dem die Uni Erlangen Mitgliedshochschule ist. (http://www.daad.de/de/index.html )

Natürlich kann man auch Auslands-Bafög bekommen, vor allem, aber nicht nur, wenn man schon in Deutschland Bafög Empfänger war. ( http://www.auslandsbafoeg.de/ ) Oft ist das Auslands-Bafög sogar noch höher, da man sich z.B. auch den Flug ins Ausland oder die Krankenversicherung anrechnen lassen kann.

Weitere Infos zur Finanzierung hier:http://www.uni-erlangen.de/internationales/auslandsaufenthalte/studiumimausland/finanz/

 

Es gibt noch ein paar weitere Möglichkeiten zur Gestaltung des Auslandsaufenthaltes wie z.B. Summer Universities (z.B. organisiert von AEGEE http://www.aegee.studierende.uni-erlangen.de ) oder Praktika (z.B. organisiert von IAESTE: http://www.iaeste.uni-erlangen.de/index.html). Also, Augen offen halten und informieren!


Letzte Änderung: 4.12.2006 18:17 - Copyright © METRO - FSI Mechatronik der Universität Erlangen 2005